Mein Leben - oder wie sich das nennt












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So ein Unfug...

Ich sitze nun seit 3, lass es 4 Wochen sein, in dem Seminar "Einführung in die politische Wissenschaft Südasiens". Ansich gar nicht so übel, wenn man dem was abgewinnen kann. Jede Woche muss eine Gruppe von Studenten ein Referat halten. Hierzu benutzen die Studenten einen 1,irgendwas Kilogramm schweren Reader, in dem sich die wichtigsten Informationen finden. Im Moment stecken wir noch mitten im theoretischen Teil. Es wird also erstmal definiert was Politikwissenschaft überhaupt ist. Das ist trocken, sehr trocken. Um nicht zu sagen stinklangweilig. Zu dem Thema finden sich Texte, die in einem Satz ca. 5 Fremdwörter benutzen. Soweit nichts ungewöhnliches. Aber seit 3 Wochen stehen da vorne Studenten, die nichts weiter tun als diese Texte zu rezitieren. Das klingt dann zum Beispiel so: ...hinter der empirisch fassbaren politischen Realtität liegt eine höhere Schicht der Wirklichkeit, die nur durch philosophische Untersuchung erschlossen und verstanden werden kann... oder ...wo eine Theorie auf allgemeine, allenthalben anzutreffende Eigenschaften politischer Phänomene abhebt, trifft sie eine Aussage über originäre Motivlagen oder Bestimmungsfaktoren politischen Handelns... Sowas ist ja schon schwer zu verstehen, wenn man es nur liest. Aber wenn einem irgendwer so einen Satz sagt, versteht man gar nichts. Vor allem, wenn danach gleich der nächste Satz dieser Sorte kommt.
Ok, solche Sätze erwarte ich von einem 60 jährigen Professor, der seit 40 Jahren nichts anderes tut und gar nicht mehr anders denken kann. Aber wenn ein 20 jähriger Student daherkommt und mir erzählen will, sich so auszudrücken sei seine Begriffswelt, bezweifle ich das. Das sieht für mich eher so aus, als hätte da jemand einen Satz irgendwo abgeschrieben und würde ihn dann 1 zu 1 wiedergeben ohne auch nur im Ansatz zu begreifen, was er da gerade gesagt hat. Und es ist einfach billig. Weil es offenbart, dass sich derjenige gar keine Gedanken gemacht hat, keinen Bock hat ein Referat zu halten und dann auch noch zu blöd ist das anständig zu kaschieren.
Mir geht es dabei nicht darum, dass ich es nicht begreifen würde. Ich besitze diesen Reader schließlich auch und ich habe genug Zeit mir dieses definitorische Zeug in den Kopf zu kloppen. Das tut zwar weh, muss aber sein. Aber ich kann es mir dann auch sparen mir den Quatsch nochmal von einem Enthirnten anzuhören. Wenn ich mir das aber, auf Grund der Anwesenheitspflicht, anhören muss, dann doch bitteschön in einer Form, die mir keine Kopfschmerzen bereitet und mich nicht zum Kotzen bringt. Bitte!
24.11.06 01:34


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Zug fahren macht misantrophisch

In letzter Zeit bin ich auf Grund meines Studiums wieder gezwungen den öffentlichen Nahverkehr zu nutzen. Erfahrungen auf diesem Gebiet habe ich schon während der Schulzeit gesammelt. So viele Erfahrungen, dass ich nach meiner Schulzeit die Nase von Regional-, Straßen- und S-Bahnen gestrichen voll hatte. Die Erkenntnisse sind die Selben geblieben. Sobald man sich in einen Zug setzt, und nicht irgendwas zu lesen oder einen Gesprächspartner hat, hört man gewzungenermaßen den Unterhaltungen der anderen Fahrgäste zu. Wenn einem das öfter passiert, fängt man dann an am menschlichen Verstand zu zweifeln und bekommt den Eindruck, als würde man in einem Land leben, in dem alle mehr oder weniger enthirnt sind. Im Zug bekommt man die fantastischten Geschichten, die größten Irrtümer der Menschheit und das dämlichste Gelaber überhaupt aufgetischt. Aber demgegenüber stumpft man nach einer Weile doch ab. Man sieht aus dem Fenster oder denkt daran sich etwas zu lesen mitzunehmen. Schlimm wird es erst dann wieder, wenn unter diesen enthirnten Zombies auch noch welche sind, die meinen ihre Weisheit direkt an einen selber weitergeben zu müssen. Da erfährt man dann Dinge, nach denen man nie gefragt hätte und die man eigentlich auch gar nicht wissen wollte. Deswegen habe ich mir für Zugfahrten ein sehr grimmiges Gesicht mit einem etwas angewiderten Ausdruck zugelegt. Das hilft.
Ein weiteres Problem ist die Dunkelheit. Man mag es kaum glauben, aber doch kennt jeder das Phänomen. Draußen ist es dunkel und das Fenster wird zum Spiegel. Nun macht jemand, der versucht aus diesem Fenster zu schauen, keinen sonderlich intelligenten Eindruck. Vor allem, wenn sich in dem Fenster die Menschen spiegeln, die um einen herumsitzen. Was dann? An die Decke starren? Auch nicht sonderlich intelligent. Auf den Boden? Nein, auch nicht. Den Leuten ins Gesicht? Um Himmels willen, nein. Am Ende mißdeuten die das als Gesprächsbereitschaft. Was bleibt übrig? Dumm in der Gegend umherstarren? Mit dem Handy spielen? Nein, am besten schließt man die Augen und stellt sich vor man säße gerade nicht im Zug. Sondern irgendwo auf einer Südseeinsel, ohne Fahrgäste, ohne dummes Gelaber, ohne Kindergekreische.
22.11.06 15:04


Immer noch studierend. Es wäre ja auch etwas voreilig und dumm das jetzt gleich wieder bleiben zu lassen. Und es macht auch Spaß. Natürlich nicht die Art von Spaß, dass man sich besäuft und völlig abschießt. Das findet ja eher nebenher statt. Das Studium selbst macht eher interessierten Spaß. Wenn man will, spricht es den Geist an (und wenn man sich natürlich was ausgesucht hat, was einen faszinieren kann). Latein fasziniert mich zum Beispiel weniger. Von mal zu mal weniger. Aber wer sich von Sprachen faszinieren lässt, ist ein Freak. Aber das bin ich für manche ja auch.
Aber zurück zum Thema. Ich habe heute die faszinierende Beobachtung gemacht wie Touristenbusse im 2-Minuten Takt an den Fenstern des Hörsaals vorbeifuhren. Ist einem eigentlich schon mal aufgefallen wie dämlich Touristen in einem Bus aussehen? Vor allem, wenn sie auch noch winken und dämlich grinsen, als kämen sie direkt aus der LSD Fabrik.
Unsere Oberstudierätin, die uns die lateinische Sprache näherbringt, ist eine etwas breitere Frau im höheren Alter, die aus irgendwelchen Gründen immer pink trägt, mit erstaunlicher Konsequenz. Sie geht vor mit dem Habitus: " Ich mach hier mein Ding, ihr seid herzlich eingeladen mitzumachen, ihr könnts auch bleibenlassen, aber das ist dann nicht mein Problem". Und ob man das jetzt gut oder schlecht findet, sie hat ganz einfach Recht. Die Hälfte begreift dieses System, die andere Hälfte wird im nächsten Semester eine zweite Chance haben es zu begreifen. Zu welcher Hälfte man gehört, kann man selber entscheiden.
Desweiteren hat sie eine seltsame Art von Humor. Zumindest weiß man nie, ob sie einen Witz gemacht hat, oder nur unfreiwillig komisch war. Denn sie bleibt dabei selbst so furchtbar trocken. Man könnte meinen, sie hätte selbst nicht bemerkt, dass ihre Äußerung lustig war. Auch auf Lärm im Raum reagiert sie meistens ziemlich immun. Es scheint fast so, als würde sie ihn nicht hören. Sie zieht unbeeindruckt ihr Ding durch, hält den Blickkontakt zu den forderesten Reihen, und erspart es sich die Stimme zu erheben.
Soviel zu Latein. Richtig amüsant wird es dann erst Donnerstag oder Freitag, wenn ich meine Impressionen von "Politischer Wissenschaft Südasiens" niederschreibe.
8.11.06 03:28


Falling leaves

Schön ist es derzeit in der Stadt. Da ich inzwischen wieder sehr oft da bin, fällt mir auch wieder auf wie schön diese Stadt im Herbst ist. Vor allem in ihrem alten Kern, in dem die Architektur mit der Natur harmoniert. Die Bäume färben ihre Blätter golden in der tiefstehenden Herbstsonne. Dahinter liegt ein tiefblauer Grund von Himmel und darunter glänzen die Fassaden. Ein ruhiger Friede scheint eingekehrt zu sein. Ein kleiner Fleck. Ein farbiger Moment des Innehaltens.
31.10.06 00:17


Spät in der Nacht

2 Uhr? Ordentlich, wirklich ordentlich und einen sehr netten Abend gehabt. Was mich nur beunruhigt ist, dass man selbst im Freundeskreis schon in der Vergangenheit schwelgt. Aber es kommen auch noch mal andere Tage. Derweil amüsiert man sich fröhlich auf unterschiedliche Arten und hofft drauf, dass der nächste Sommer kommt.
Morgen gehts wieder in die Uni, auch um 2 Uhr. Sprich also in 12 Stunden. Bis 4. Und dann Abends anderweitig noch mal weg. Derzeit weiß ich nicht ganz wo mir der Kopf steht. Die Tage werden länger und die Wochen werden kürzer und beinahe jeder Augenblick ist gefüllt mit etwas anderem. Grund zur Beschwerde besteht derzeit nicht. Ich führe ein ordentliches, fast bürgerliches Dasein. Aber der Traum, von mehr als dem, ist auch noch da.
Ehrlich gesagt ärgere ich mich. Ich ärgere mich über manche Gewohnheit, manche Haltung an mir selbst. Und ich bin beinahe versucht zu sagen "Tu doch nicht so erwachsen!". Aber trotzdem tue ich es. Ich tue es, weil ich es muss, und will. Ich merke langsam, dass mir das, was ich begonnen habe zu tun, wichtig ist, und dass ich nicht Mittelmaß sein will. Aber es bringt mich gleichzeitig mit einem anderen Teil von mir in Konflikt. Dem Teil, der einfach nur frei sein will.
30.10.06 02:34


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